Klimaschutz als Geschäftsmodell
Wie Florida Eis Energiekosten auf drei Prozent reduziert
In der Lebensmittelproduktion gelten Energiekosten von rund zehn Prozent der Gesamtkosten als branchenüblich. Die Florida-Eis Manufaktur aus Berlin liegt bei gerade einmal drei Prozent – und zeigt damit, was möglich ist, wenn Energieeffizienz und erneuerbare Energien konsequent zusammengedacht werden.
Effizienz entlang der gesamten Prozesskette
Speiseeis herzustellen ist energieintensiv: Kochprozesse, Tiefkühlung, Lagerung und Transport beanspruchen durchgehend Energie. Geschäftsführer Olaf Höhn begegnet dieser Herausforderung mit einem durchgängigen Effizienzkonzept – von der Produktionslinie über die Kälte- und Wärmetechnik bis zur Gebäudehülle. Optimierte Kälteanlagen, Wärmerückgewinnung und ein kontinuierliches Monitoring senken den Verbrauch messbar. Eine moderne Pelletheizung mit elektronischem Feinstaubfilter übernimmt den Wärmebedarf; Kühlprozesse werden intelligent gesteuert und bedarfsgerecht gefahren.
Rund 30 Prozent des benötigten Stroms erzeugt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Manufaktur direkt vor Ort, der Rest wird über zertifizierten Ökostrom gedeckt. Eine Solarthermieanlage erzeugt Warmwasser, das über eine Adsorptionskältemaschine zur Kühlung der Eismaschinen genutzt wird. Durch das Zusammenspiel dieser Komponenten konnten über mehrere Jahre mehrere Tausend Tonnen CO₂ eingespart werden. Die vollständig CO₂-neutrale Produktion ist das erklärte Ziel: Sie soll in einer neuen, derzeit im Bau befindlichen Produktionsstätte realisiert werden, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll.
Klimafreundliche Logistik – von der Rampe bis zum letzten Kilometer
Auch in der Logistik zieht sich das Prinzip durch: Elektrische Fahrzeuge und Lastenräder decken die letzten Kilometer ab; mit RFID-Technik und einer „Smarten Truhe“ werden Tiefkühlbestände digital überwacht, Lieferungen bedarfsgerecht geplant und laut eigenen Berechnungen bis zu 27 Prozent der Energiekosten in der Kühllogistik eingespart.
Das Beispiel verdeutlicht: Technische Innovation, systematisches Energiemanagement und eine klare langfristige Zielsetzung lassen sich auch in energieintensiven Branchen wirtschaftlich umsetzen. Klimaschutz ist kein Kostenfaktor – er ist ein Wettbewerbsvorteil.
Zahlen im Überblick
- Energiekostenanteil: ~3 % der Gesamtkosten (Branche: ~10 %)
- Eigenstromanteil PV: ca. 30 % des Gesamtbedarfs
- Reststrombedarf: 100 % Ökostrom
- CO₂-Einsparung: mehr als 9,2 Millionen Tonnen über mehrere Jahre
- Logistik: bis zu 27 % Energiekosteneinsparung durch RFID-gestützte Tourenplanung
- Ziel: vollständig erneuerbar betriebene neue Produktionsstätte in Sachsen-Anhalt (im Bau)
Beitrag präsentiert von
Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern GmbH