Turbo für den Mittelstand
Unternehmerverband begrüßt massive Anhebung der Vergabeschwellen in M-V
Ein Meilenstein im Kampf gegen den Bürokratismus: Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern macht Ernst mit der Beschleunigung öffentlicher Aufträge. Durch die neue Verfahrensverordnung (VgMinArbV M-V) steigen die Wertgrenzen für Direktvergaben drastisch an. Für unsere Mitgliedsunternehmen bedeutet das: Weniger Papierkrieg, schnellere Zuschläge und eine echte Chance für die heimische Wirtschaft.
Der Finanzminister des Landes, Dr. Heiko Geue, hat die Katze aus dem Sack gelassen: Das Kabinett hat den Weg für eine umfassende Reform der Vergaberegeln freigemacht. Was trocken klingt, ist in Wahrheit ein Paukenschlag für alle Dienstleister, Handwerker und Planer im Land.
Die neuen Zahlen im Überblick
Die Erhöhung der Wertgrenzen ist nicht nur kosmetischer Natur – es handelt sich um eine Vervielfachung der bisherigen Spielräume:
| Leistungsart | Bisherige Grenze (Direktauftrag) | Neue Grenze (Direktauftrag) |
| Liefer- & Dienstleistungen | 5.000 EUR | 100.000 EUR |
| Bauleistungen | 10.000 EUR | 150.000 EUR |
| Freihändige/Beschränkte Vergabe | bis 100.000 EUR | bis EU-Schwellenwert (ca. 221.000 EUR) |
Ein Befreiungsschlag für den Mittelstand
Bisher scheiterten viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft nicht an der Qualität ihrer Arbeit, sondern an den enormen Hürden der Ausschreibungsverfahren. Der administrative Aufwand stand bei kleineren Summen in keinem Verhältnis zum Ertrag.
Mit der Anhebung auf 100.000 EUR bei Lieferungen und 150.000 EUR bei Bauleistungen können Kommunen und Land nun Aufträge direkt vergeben. Das bedeutet für Sie als Unternehmer:
- Schnellere Entscheidungen: Wo früher monatelange Verfahren drohten, kann nun zügig gehandelt werden.
- Weniger Bürokratie: Der Dokumentationsaufwand sinkt für beide Seiten massiv.
- Stärkung der Region: Öffentliche Auftraggeber haben nun mehr Spielraum, gezielt die Kompetenz vor Ort in den Blick zu nehmen.
Verantwortung und Transparenz
Wir begrüßen ausdrücklich, dass auch Planungsleistungen künftig einfacher vergeben werden können. Das sorgt für einen schnelleren Vorlauf bei wichtigen Infrastrukturprojekten.
Natürlich bedeutet "einfacher" nicht "unkontrolliert". Die Landesregierung betont zu Recht, dass Wirtschaftlichkeit und das Mehr-Augen-Prinzip weiterhin gelten. Für uns als Verband ist klar: Transparenz ist die Basis für fairen Wettbewerb. Die neue Freiheit für die Verwaltung muss nun aktiv genutzt werden, um das Sondervermögen effizient und zum Wohle unserer regionalen Wirtschaft in den Kreislauf zu bringen.
Diese Entscheidung ist eine echte Win-Win-Situation. Wir fordern die Kommunen nun auf, von diesen neuen Spielräumen mutig Gebrauch zu machen und die Aufträge dort zu lassen, wo sie den größten Nutzen stiften: Hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern.